Thomas Löffler

Buchautor
 

Letztes Feedback

Meta





 

Wieder mal da!

Wieder mal da!


Hab‘ ich’s nicht geschrieben? Ich bin wirklich ein seltener Blogger. Alles auf dieser Welt hat seinen Grund. So auch mein fern bleiben in den letzten Wochen.

Ich versprach meiner Lektorin endlich das Manuskript, dessen Fertigstellung ich immer weiter vor mir herschob, bis Anfang Oktober zu liefern. Dabei wusste ich noch nicht, wie ich den Sack zu binden konnte. Ich überarbeitete erst einmal, in vier Durchgängen, was bis dahin fertig war. Während dieser Zeit dachte ich über das Ende der Story nach. Wie vielleicht schon beschrieben, fällt mir am Schreibtisch nichts ein. Das entscheidende kam, wie so oft, bei einem Waldspaziergang. Dabei hatte der Blitzeinfall nichts mit einem Wald speziell zutun. Den Spaziergang abkürzend, saß ich kurze Zeit später am Schreibtisch. Der Gedanke war noch frisch. Vorher musste noch etwas recherchiert werden. Dann konnte ich den Sack endlich zubinden. Nun blieb noch die Korrektur. Mittels eines Dudens klappte das sehr gut, obwohl dieser Teil der Überarbeitung sieben kostbare Stunden beanspruchte. Meine Lektorin wird dennoch genug Fehler finden, die zu korrigieren sind. Den von mir gesetzten Zeitplan werde ich wohl einhalten. Mitte bis Ende Januar, spätestens Anfang Februar wird das Buch auf dem Markt sein. Letztendlich liegt es am Verlag.

27.9.16 13:27, kommentieren

Ein blinder als Autor20. August

Da bin ich wieder! Sie haben recht, wenn Sie meinen, dass ich ein schlechter, besser gesagt, ein seltener Blogger bin. Die Zeit ist bei mir, selbst als Arbeitssuchender knapp. Wenn ich mal etwas länger Zeit habe, das ist meistens spät Abend oder gar in der Nacht, sitze ich vor meinem Krimi, der nun endlich mal zum Ende kommen sollte. Meine Lektorin wird schon langsam den Glauben an mich verlieren.

Da sind wir eigentlich schon fast beim Thema. Wie komme ich als blinder zum schreiben. Nicht nur, dass ich schreibe, sondern diese Werke auch veröffentlicht habe. Ein Buch ist sogar für blinde in den Blindenhörbüchereien zur Ausleihe produziert worden und ein weiteres ist für die Produktion in Planung. Das erfüllt mich natürlich mit Stolz und macht mir Mut, allen Komplexen widerstehend, am Schreiben dran zu bleiben. Immerhin sitze ich an meinem fünften Buch und möchte auch das veröffentlichen. Landläufig ist man der Meinung, dass es wenige blinde Autoren gibt. Zum Teil geht es dabei um technische Fragen. Wie schreiben wir überhaupt? Sicher, wir beherrschen die Punktschrift, welcher Lektor oder erst recht welcher Verlag kann was damit anfangen? Weit gefehlt! SpezialHard- und Software macht es heute für blinde möglich, wie in meinem Fall, ein Manuskript in Normalschrift den Lektor oder Verlag zu geben. Ich habe die Erfahrung bei einem früheren Verlag gemacht, dass ich, damals ein werdender Autor und dazu noch blind, als Zugpferd dienen sollte. Mein jetziger Verlag, der schon Erfahrung mit Sehbehinderten Autoren hat, sieht mich als einem seiner vielen Autoren. Ich weiß nicht, wie andere Autoren schreiben. In der Regel halte ich wenig von Erfahrungsaustauschen. Dafür ist meine Sorge verrissen zu werden, viel zu groß. Dies überlasse ich lieber meiner Gegenleserin und meiner Lektorin. Beiden vertraue ich vollständig. Von einigen Sehenden weiß ich, dass sehr viel mit Notizen gearbeitet wird. Unterwegs müssen Rückseiten von Zigaretten- und Streichholzschachteln als Schmierzetteln herhalten. Ich überlege oft, ob ich stattdessen ein Diktiergerät mitnehme. Das scheitert schon an meiner Schussligkeit. Das Gerät liegt irgendwo, aber nie auf meinem Schreibtisch oder Hosentasche. Auf meinen Kopf verlasse ich mich liber. Den kann ich nicht verlegen und habe ihn auch unterwegs bei mir. Zum größten Teil arbeite ich mit inneren Bildern. Das macht mein schreiben für andere so interessant. Meine Fantasie ist höchst intensiv und auch vielseitig. Einfälle kommen mir an anderen Orten, aber selten am Schreibtisch. Hier wird geschrieben. Allerdings ohne Planung. Ich schreibe, als würde ich den Text schon lesen. Die Überarbeitung kommt später. Allerdings mußte ich mir angewöhnen, in einer Exceltabelle die Figuren einzutragen. Nicht nur die Namen, sondern auch Eigenschaften, Körperliche Eigenheiten, Berufe usw.

Wir lesen uns später wieder.

Bis dann. Ihr Thomas Löffler

20.8.16 12:13, kommentieren

Die bessere Welt

Die bessere Welt

Wir sagen von dir du seiest geistig behindert.
Früher sagten manche du seiest nicht lebenswert.
Man tötete dein Lachen, deine ungeheuchelte Nächstenliebe, deine Spontanität, deine Schrankenlosigkeit.

Lebst du in deiner eigenen, in einer besseren Welt?

Ich fühle mich, als stände ich vor einer einseitig durchsichtigen Wand.
In meiner Welt sehe ich nur mich selbst. Alles ist geplant und alles hat seine tägliche Ordnung. Was hinter den Spiegel ist, kann und will ich vielleicht auch nicht sehen.

Könnte es nicht sein, dass du mich klarer siehst, als ich denke?
Könnte es nicht sein, dass, wenn ich den Spiegel zerschlüge, ich eine bessere Welt dahinter durch meinen Eigennutz, durch meine Selbstsüchtigkeit und durch meine Rastlosigkeit für immer zerstöre?

Lass’ uns an deiner Welt Teil haben. Lehre uns dass Wichtigste, das uns verloren gegangen ist neu.

Die Nächstenliebe

Copyright By Thomas Löffler

10.8.16 01:55, kommentieren

unerwartete Werbung

Manchmal kommt Hilfe aus einer ganz anderen Richtung.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Mail einer Bekannten, dass mein Buch „Heimatlos doch von Liebe getragen“ in einer schweizerischen Blindenhörbücherei als Hörbuch zur Ausleihe an Blinde produziert wurde. Auch zwei weitere Ausleiher dieses Buches schrieben mir. Heute nun bekam ich von einer anderen Blindenhörbücherei eine Mail mit der Bitte um ein Exemplar von „Auf dem Weg in ein neues Leben“. Man wolle es entweder in Blindenschrift oder auch als Hörbuch produzieren. Darüber freue ich mich natürlich gewaltig. Was ich nicht wusste, dass im Urheberrechtgesetz verankert ist, dass Literatur für Blinde zugänglich gemacht werden darf, ohne die Genehmigung beim Autor oder Verlag einholen zu müssen. Dabei geht es aber ausschließlich um Ausleihe. Ich kannte das nicht und wollte schon den Büchereien die Ohren langziehen. Zumindest, was das Erste Buch betraf. Bei dem zweiten Buch bin ich mit der Hörbücherei im direkten Gespräch. Als selbst betroffener freue ich mich natürlich besonders. Manchmal kommt eben Werbung von einer ganz unvermuteten Seite.

10.8.16 00:01, kommentieren

"Ich habe beim schreiben geweint" - Artikel aus der Harzzeit Frühjahr 2015

Folgenden Zeitungsartikel aus der Harzzeit darf ich mit freundlicher Genehmigung von

Dana Toschner
Dipl. Journalistin

℅ IDEENGUT OHG
Redaktion
Domplatz 48 | 38820 Halberstadt

blogen.


Thomas Löffler war fünf Jahre alt, als seine Eltern ihn mit ihrem Trabant zum Internat fuhren. Beim Abschied stand er mit Tränen in den Augen vor der Blindenanstalt. Hier sollte er 16 Jahre seines Lebens verbringen. Qualvolle Jahre, die ihn geprägt und bis heute nicht losgelassen haben. Der Neinstedter Hobbyautor hat sich sein Leid nun von der Seele geschrieben.
Thomas Löffler trägt in einer Hand einen Karton voller Bücher, mit der anderen tastet er nach dem Wohnzimmertisch. Dass sein Name auf den Titelseiten der Bücher steht, weiß er. Aber er wird ihn niemals lesen können. Thomas Löffler ist als Kleinkind erblindet. „Ich habe das Crouzon-Syndrom, eine seltene Erbkrankheit“, erzählt er. „Mein Schädel ist zu klein. Das Gehirn drückte immer mehr auf den Sehnerv, bis der schließlich gar nicht mehr durchblutet wurde.“
Der 53-Jährige nimmt in seiner Umgebung nur Schatten war, sieht allenfalls vage Umrisse. „Ob es sich dabei um einen Bus oder ein Häuschen handelt, weiß ich allerdings nicht“, beschreibt er. Dass er trotz seines Handicaps vier eigene Bücher geschrieben und veröffentlicht hat, traute er sich bisher kaum jemandem zu erzählen. „Das wissen nur ganz wenige Menschen. Ich hatte einfach nicht den Mut und das Selbstbewusstsein, es zu erzählen“, sagt er. „Ich dachte, meine Bekannten stempeln mich als Spinner ab. Mir traut doch niemand zu, dass ich ein Buch schreiben kann.“ Doch er kann. Und wie er kann. Im Karton auf seinem Wohnzimmertisch liegen die Beweise: Ein Kinderbuch, eine Jugendbuch und zwei Romane für Erwachsene. Während Wendy, seine Hündin, auf ihrer Matte liegt und schnarcht, zeigt Thomas Löffler, wie er arbeitet. Seine Finger liegen auf einer ganz normalen Laptop-Tastatur, er beherrscht das Zehn-Finger-System. Dank eines speziellen Programms liest der Computer die geschriebenen Sätze vor, außerdem kann er sie auf einem angeschlossenen Gerät in Braille zeilenweise mit den Fingern „erlesen“. Er surft im Internet und hat sich selbst eine Homepage gebaut, auf der er seine Bücher vorstellt. Am nächsten dürfte dem Leser der Roman „Heimatlos“ gehen, denn in ihm verarbeitet Thomas Löffler seine eigene Geschichte. Der fünfjährige blinde Junge Uwe wird von seinen Eltern ins Internat gebracht. In der Blindenanstalt muss er bleiben, bis er erwachsen ist. Doch die Schulzeit dort wird für den Jungen zur Tortur. Er wird in der Klasse gemobbt und immer mehr zum Einzelgänger. Einige Schüler, die nach außen mustergültig wirken, erweisen sich als ausgesprochen brutal und grausam. Einer der Klassenkameraden gießt Uwe Benzin über die Hand und zündet es an. Seinen Eltern erzählt er beim nächsten Ferien-Besuch, ein Schlitten sei über seine Hand gefahren. „Ich wurde viel verdroschen und habe mich nie getraut, mich zu wehren“, erzählt Thomas Löffler. Kurz nach der Wende hat er sich hingesetzt und die Erinnerungen an seine Schulzeit aufgeschrieben. „Es hat mir geholfen, alles abzuschließen.“ Immer wieder hat er die Dateien von einem Computer auf den nächsten überspielt, auf Datenträgern gesichert. Bis ein Freund zu ihm sagte: „Das musst du als Buch veröffentlichen.“ Thomas Löffler zögerte noch eine ganze Weile. Dann strickte er um seine Erinnerungen einen Roman und machte sich auf die Suche nach einem kleinen Verlag, dem er sein Manuskript schicken durfte. Die schonungslos aufgeschriebene Geschichte lässt den Leser manches Mal schlucken. „An manchen Stellen habe ich beim Schreiben selber geweint. Meine Mutter hat das Buch nicht zu Ende lesen können. Es war ihr zu grausam“, sagt Thomas Löffler. Wenn er heute zurückdenkt, kommt ihm das Ende der Internatszeit wie der Beginn eines neues Lebens vor. Damals ist eine schwere Last von ihm abgefallen. Er zog nach Neinstedt, wo seine Eltern und die Geschwister lebten und arbeite ein paar Jahre als selbständiger Klavierstimmer. 1985 bekam er eine Stelle als Telefonist in den Neinstedter Anstalten. „Dort bin ich bis heute geblieben. Seit 30 Jahren kennt man hier meine Stimme“, sagt er. Dass ein blinder Telefonist auch Buchautor sein kann, wird viele seiner Kollegen überraschen. Beim Jahresfest der Evangelischen Stiftung Neinstedt wird er erstmals zu einer Lesung einladen. Für Thomas Löffler, dem bei der Lesung eine Assistentin zur Seite steht, ist das ein großer Schritt. „Ich bin jetzt schon aufgeregt. Ich habe lange gebraucht, den Mut zu finden. Aber ich will mich nicht länger verstecken“, sagt er. Seine Bücher, das wünscht er sich, sollen nicht länger nur in den Regalen des Verlags liegen, sondern endlich auf den Nachttischen seiner Leser. Dana Toschner

7.8.16 20:47, kommentieren

Ein Blinder als Autor

Ich frage mich oft, warum das Staunen über blinde, die sich an den Schreibtisch setzen und Bücher schreiben können, oft so groß ist. Dies geht, wie ich erfahren durfte, selbst in die Verlagswelt rein. Warum sollen wir blinden Autoren anders als Sehende sein? Na gut, vieles scheitert scheinbar an den technischen Voraussetzungen. Können Blinde mit dem Computer arbeiten? Wie machen blinde Notizen, wozu sehende einfach mal schnell den Kugelschreiber nehmen und den Schreibtisch voller Schmierzettel haben? Alles das ist mithilfe des Computers und einer Spezialsoftware möglich. Darauf gehe ich in einem der nächsten Blogs ein. Eben Beschriebenes mündet, jedenfalls mir von Lesern gestellt, in die eigentliche Frage, wie ein blinder Gedichte, Lieder oder ganze Bücher schreiben kann, obwohl der optische Eindruck von außen fehlt. Ich nutze meine Ohren, die mir Bilder meiner Umwelt vermitteln. Dies setze ich in ein inneres Bild um. Dazu braucht es eine Menge Fantasie. Davon habe ich reichlich. Wie auch immer meine Bücher beim Leser ankommen, alle bescheinigen mir eine bildhafte Schreibweise. Diese habe ich meinem inneren Auge zu verdanken, das manchem sehenden aufgrund der optischen Umwelteinflüsse fehlt. Es gibt mehr Werke blinder Autoren auf dem Markt, als man denkt. Ich möchte allen heimlichen Schreibern zurufen: "Habt Mut mit euren Werken an die Öffentlichkeit zu gehen." Ich habe es lang für mich behalten. Kritik, vor allem im Netz, tut weh und ich möchte oft in der Erde versinken. Irgendwann schüttele ich mich wie mein Blindenführhund Wendy und es geht weiter. Drei Menschen glauben an mich: meine Gegenleserin, meine Lektorin und der Verlag. Auch Bekannte, die mein buch lesen. Das ist schon die halbe Miete.

Thomas Löffler www.thomasloeffler.net

1.8.16 11:31, kommentieren

2008 fing es an

Auf Empfehlung eines ehemaligen Mitschülers reichte ich Sommer 2008 ein Manuskript für einen Roman mit autobiografischen Zügen ein. Ich bekam einen Vertrag und wartete nun auf das Lektorat. 2009 löste sich der Verlag auf. Alle Autoren mussten sich neu orientieren.

Mehr aus Langer weile und Spinnerei, schrieb ich 2010 eine Kurzgeschichte. Diese zeigte ich ehemaligen Autorenkollegen. Für mich unerwartet bat man mich um die Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Kurzgeschichte in einer Anthologie. Nun Blut geleckt, reichte ich eine zweite Geschichte für die Anthologie ein. Dies wurde abgelehnt. Man riet mir um diese Geschichte ein Buch zu schreiben. Zögernd sagte ich zu. 2011 war es dann so weit. Mein erstes Buch "Oskar und Freunde" wurde" veröffentlicht. Ich hielt nun endlich mein erstes Werk in den Händen, scheute mich aber, mit jemandem meine Freude zu teilen. Es kam mir überheblich vor, mich, einem blinden Telefonisten, Autor oder gar Schriftsteller zu nennen. Dies war doch nur den Großen und berühmten vorbehalten. Auf der anderen Seite machte ich ja nichts anderes als diese Leute. Die hatten auch irgendwann die erste Zeile ihres ersten Werkes geschrieben. Trotzdem wollte ich weiterschreiben. Mut gefasst setzte ich mich wieder an den Schreibtisch und schrieb ein kleines Kinderbuch, das nach langem Hin und Her "Wo bitte geht's nach schnüffelsberg" hieß und 2012 erschien. Nun wurde ich etwas mutiger, war es doch schon das zweite Buch. Auf Bitten meiner Familie, vor allem meinem damals im Sterben liegenden Vaters hin, brachte ich endlich meinen schon lang geplanten Roman mit autobiografischen Zügen "Heimatlos doch von Liebe getragen" 2013 und die Fortsetzung "Auf dem Weg in ein neues Leben" 2014 raus. Der geplante dritte Teil mit dem Arbeitstitel "Lebenszeichen" flog nach einer zweijährigen Schreibblockade in die virtuelle Schublade. Ein Thriller, dessen Anfang ich schon 2014 schrieb, wächst, jetzt Zusehens und wird meiner Planung nach, wenn es der Verlag auch möchte, Januar 2016 auf dem Markt erscheinen.

31.7.16 00:36, kommentieren